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Re: Re: schwieriges Thema
Wenn es einen Aspekt von "Trauermusik" gibt, der im Hinblick auf Bruckners Siebente Symphonie und deren Botschaft von Bedeutung ist, dann jenen, auf den der Komponist selbst hingewiesen hat. Den zweiten Satz schrieb er als "Trauermusik" auf den Tod Richard Wagners das (und nur diese Art von Trauer) ist Teil der Bedeutung, die dem Werk eingeschrieben ist. Wagner starb 1883, ein Jahr später wurde die Sinfonie uraufgeführt. Ist es notwendig darauf hinzuweisen, dass Hitler erst fünf Jahre später geboren wurde!? Kein Werk des freien Geistes, kein Kunstwerk, welcher Gattung auch immer, kann davor bewahrt werden, gedeutet, missdeutet, missbraucht zu werden. Sollten wir allen Ernstes dazu übergehen, Werke, die in der nationalsozialistischen Diktatur in irgendeiner Weise für ideologische Zwecke vereinnahmt wurden, von den Spielplänen, vielleicht auch aus Bibliotheken und Verlagskatalogen zu entfernen? Was bliebe übrig von Bach, Beethoven, Mozart, Bruckner? Was von Schiller und Goethe? Vor allem aber sollten wir wirklich einer Entwicklung Vorschub leisten, bei der nun wiederum angemaßte Autoritäten dazu übergeben, Werke dieses freien Geistes auf den Index zu setzen und festzuschreiben, ob und wann solche Werke überhaupt aufgeführt und rezipiert werden dürfen? Es waren geistige Strukturen wie diese, die den Boden dafür bereiten halfen, dass 1933 in Deutschland Bücher verbrannt wurden und 1938 die bis dato freie Gesellschaft der Musikfreunde "gleichgeschaltet" wurde, um was den Musikverein anlangt eine diktatorische Kontrolle darüber zu erlangen, was wann gespielt werden durfte und was nicht. Mendelssohn wurde vom Spielplan verbannnt, genauso Mahler, Zemlinsky, Korngold. Soll dem nun Anton Bruckner folgen? Die Gesellschaft der Musikfreunde ist seit 1945 wieder ein freier Verein und als solcher der freien Kunst, den Werken des freien Geistes verpflichtet. Sie wird aus dieser Freiheit heraus selbstverständlich Bruckners Sinfonien aufführen, an welchen Tagen des Jahres auch immer, am 19. April genauso wie am 20. und 21. Denn für diese Gesellschaft und das mag sie vielleicht von anderen Geistern, wie sie sich auch in Redaktionen so genannter satirischer Magazine finden mögen, unterscheiden , für diese freie Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ist der 20. April eines ganz sicher nicht: Hitlers Geburtstag.
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