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18.04 2004
Sonntag, 13:19
Evita, Anita, Benita die Erste
 

Evita, Anita, Benita die Erste


Wien, 18. April 2004



Liebe Leserinnen, liebe Leser,


der angeblich fade Präsidentschaftswahlkampf ist in aller Munde. Ein befreundetes Ehepaar äußerte vor zwei Wochen bei einem privaten Abendessen Unbehagen über die Kandidatin. Sie schaue so streng aus, monierte der Mann; beide meinten, sie inszeniere durchaus absichtlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Evita Perón.


Den Vergleich Benita / Evita traf bereits Anfang Februar der Wiener Szenefriseur ErIch. Er sagte in einem Interview mit der Info-Illustrierten News sinngemäß, Benita mache es Friseuren wegen ihres Evita-Chignons unmöglich, sie zu wählen. Erich Joham und NEWS blieben übrigens - im Gegensatz zu raketa.at - von der ÖVP juristisch unbeanstandet.


Ob wir den Perónismus als totalitär, autoritär oder rechtspopulistisch begreifen, steht zur Diskussion. Woraus die nunmehr auch filmische Ikone gewoben ist, ist die Verbundenheit der einstmals "kleinen" armen und nunmehr - wenn auch informell - mächtigsten Frau im Staat mit ihrer Herkunft, ihrem Ursprung aus dem Volk. Anklänge daran finden wir in der Inszenierung der Kandidatin, im Ansprechen von Lebensgeschichte und Berufslaufbahn - „eine, die es geschafft hat“. Das soziale Engagement kommt als karitatives Tun im Einzelfall im Internet-Tagebuch der Kandidatin regelmäßig vor.


Die gezielt ihre Geschlechtszugehörigkeit instrumentalisierende Kandidatin hat sich, um es nochmals zu sagen, am Frauentag vom Österreichischen Cartell-Verband feiern lassen und Unterstützung in ihrem Wahlkampf um die Bundespräsidentschaft geholt.


Ihre Unterstützer haben zum Beginn der Karwoche – in der der Wahlkampf auf Wunsch der frommen Kandidatin ruhen sollte - einen eigenen Entwurf für eine Verfassungspräambel und einen Grundrechtskatalog vorgestellt; im Österreich-Konvent wird in der nächsten Woche, der Woche vor der Bundespräsidentschaftswahl, das Kapitel „Grundrechte“ diskutiert werden.


Der Vorschlag des ÖCV hat unübersehbar reaktionäre Akzente. Wie in einem erstmals 2003 von Andreas Khol gemachten Vorschlag, wie in der ständestaatlichen Scheinverfassung vom 1. Mai 1934 soll die im Konvent diskutierte neue Verfassung eine Präambel mit Gottesbezug haben. Der Präambel-Vorschlag des Kartellverbandes bezieht sich auf das „Bewusstsein der Verantwortung des Menschen vor [...] letztlich Gott als dem Schöpfer alles Lebens", weiters auf die Treue zum Erbe und zur Identität der europäischen Kultur, die wesentlich durch die Werte des Christentums geprägt wurde, die Tragfähigkeit auch für künftige Generationen haben, [...]“.


Zum diesem CV-Entwurf eines Grundrechtskataloges wäre viel anzumerken, etwa, dass das Grundrecht auf Eigentum keine Möglichkeit zu Enteignungen im öffentlichen Interesse vorsieht – ein Schritt hinter das Staatsgrundgesetz 1867. In die innenpolitische Auseinandersetzung während der Karwoche ist Artikel 46 aus dem Kapitel „Rechte auf Leben und Gesundheitsvorsorge“ eingegangen:


“Abtreibungen ohne Indikation sind verboten. Eine bloß soziale oder rein eugenische (nicht medizinische) Indikation ist unzulässig.“ Dies läuft nicht nur auf ein verfassungsrechtliches Verbot der in Österreich geltenden Fristenlösung, sondern auch auf eine Verschlechterung der Rechtslage sogar im Vergleich zur BRD hinaus. In der BRD ist derzeit eine Abtreibung aus sozialen Gründen nach einer Beratung möglich.


Noch hält der fraktionsübergreifende, in den siebziger und achtziger Jahren geschmiedete Konsens österreichischer Politikerinnen und Parlamentarierinnen. Die Fristenlösung bleibt unangetastet, antwortete Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (VP) auf eine öffentliche, sogleich nach dem Bekanntwerden des ÖCV-Vorschlages gestellte Frage der SP-Frauenvorsitzenden Barbara Prammer. Prammer, getragen von massiver Empörung der Frauenbasis, hatte sich freilich gegen Stimmen im eigenen Klub hervorgewagt, die durch die klare Positionierung für die Fristenlösung eine Gefährdung des Kandidaten befürchteten.


Der Kandidat bezog vor Ostern Stellung für die Fristenlösung auf einem Wahlkampf-Fest für Frauen. Die Kandidatin schwieg, bis sie im heute erschienenen profil-Interview mit Herbert Lackner äußerte: "Ich finde, dass die Fristenregelung eine gute Regelung ist."


Politischer Katholizismus ist unheilvoll für die Freiheit, für Frauen, Männer, für Liebe, Leib und Leben. Der CV-Entwurf für einen Grundrechtskatalog ist antifeministisch und lesben- und schwulenfeindlich. Die patriarchalische Ideologie wird schon in Überschriften wie „Familien- und Hausrechte“ deutlich.


“Jede Person hat die Freiheit zur monogamen Eheschließung mit einer Person des anderen Geschlechts. Der Staat anerkennt die Existenz nichtehelicher Lebensgemeinschaften.“ (Artikel 14).


„Die tradierte Form der Familie aus Vater, Mutter und Kindern erhält als unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung des Kindes zu seelischer, geistiger und körperlicher Reife den besonderen Schutz und die Förderung der Republik.“ (Artikel 16).


Die HOSI Linz befragte Fischer und Ferrero-Waldner zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Österreich. Fischer beantwortete alle Fragen und positionierte sich rechtschaffen: für eingetragene Lebensgemeinschaften im Sinne eines Europarat-Vorschlages, aber keine Ehe; weiter Familienbegriff; Zurückhaltung beim Gegenzeichnen von Gesetzen, sollte er Präsident werden, und beim Beurteilen der Verfassungskonformität von Gesetzen; Aufnahme homosexueller NS-Opfer in das Opferfürsorgesetz, hinsichtlich der Entschädigung Abwarten eines laufenden Verfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.
Ferrero-Waldner äußerte sich relativ allgemein über Toleranz, gegen Diskriminierung, unter Berufung auf Fischer gegen Verwendung des Begriffs "Ehe" und ging auf die Frage des Umgangs mit schwulen NS-Opfern überhaupt nicht ein.


anitafuehrer_wPatriarchalismus und katholische Militanz gegen die reproduktive Selbstbestimmung der Frau bei den Unterstützern von Ferrero-Waldner lassen an die militanten christlichen FundamentalistInnen in den USA denken, der spezifische Heterosexismus an den historischen Feldzug von Anita Bryant gegen Lesben und Homosexuelle. Anita sucks Oranges: Die Betroffenen empfanden die Kampagne von Bryant als Bedrohung ihres, sagen wir zurückhaltend: Lebensstils, die Bevormundung als totalitär. Anita Bryant, die Werbung für Orangensaft gemacht hatte, wurde 1979 in Des Moines eines der ersten Tortungsopfer.


Ferrero-Waldner spricht tolerant und wird auf ihren Plakaten als "Die Erste" präsentiert. Die erste Präsidentschaftskandidatin ist sie nicht, brutal wird die Erinnerung an die Kandidatur von Freda Meissner-Blau und an die ausgezeichnete Verfassungsjuristin Heide Schmidt übergangen. So können wir darüber nachdenken, was uns zuerst eingefallen ist: ob "Die Erste" gleichsam dynastisch gemeint ist, oder nicht doch als Werbung für die Erste österreichische Spar-Casse, die Hausbank der Erzdiözese Wien und Sponsorin der Restauration des Stephansdomes.


Es grüßt


Ihre


Henriette Mayr


Zu Anita Bryant: www.ohnonews.com/bryant.htm ; http://www.brumm.com/gaylib/anitabryant1977_1.html ; Info nach: Wikipedia.

Der Entwurf des ÖCV zu einem Grundrechtskatalog ist abrufbar unter:
http://www.oecv.at/presse/20040405.pdf

Der Kampf um die Hofburg. Benita Ferrero Waldner. Heinz Fischer. In: PRIDE Nr. 79/Apr. 04, 10 - 13.

  


Zwei Jahre "Damen bei Café und Kuchen"

März 2004

Frauenpolitik, international, mit Kandidatin (Henriette Mayr, 8.3.04)

Jänner 2004

Wem gehört die APA? (Henriette Mayr, 16.1.04)

Die Schöne hinter den Fensterläden (Henriette Mayr, 10.1.04 / April 2002)

Dezember 2003

Frodo und die Tintinger (Henriette Mayr, 21.12.03)

Damen von Jänner bis November 2003

Damen aus 2002
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dc / 27.04.2004 21:56
schön geschrieben
benito ist ein rechtes mannweib
cowgirl dale steinberger / 28.04.2004 11:54
Re: schön geschrieben
wo waren sie gestern? die gefüllte schweinsbrust war prima, der krautsalat auch, die anwesenden lustig.
pro archiv / 26.04.2004 22:52

Ferrero-Waldner kritisiert "linke Emanzen" - "Natürlich haben die Emanzen geschadet, vor allem die linken Emanzen" - derStandard.at 26.4.04: //In der "Presse" attackiert Ferrero-Waldner "Emanzen", die sie nicht gewählt haben: "Natürlich haben die Emanzen geschadet, bewusst vor allem die linken Emanzen."//

Ferrero-Waldner: "Linke Emanzen haben mir geschadet" - VON CLAUDIA DANNHAUSER (Die Presse) 27.04.2004

Die Presse: Warum wurden Sie in manchen "schwarzen" Ländern nicht Erste? Gab es in Niederösterreich den Pröll-Effekt? Der Landeshauptmann wollte selbst antreten.
Benita Ferrero-Waldner: Ich habe noch keine Zeit gehabt, das zu analysieren. Sicher mitgespielt hat, dass viele einer Frau das Amt nicht zugetraut haben. Das ist sehr schade - für die Sache der Frauen und ein modernes Österreich.

Glauben Sie auch, sogenannte Emanzen haben Ihnen geschadet, weil sie Sie nicht wählten?

Ferrero-Waldner: Natürlich haben die Emanzen geschadet, bewusst vor allem die linken Emanzen. Die haben ganz klar das Gegenkonzept vertreten. Das finde ich wirklich schade. Diese Politikerinnen werden aber nie mehr das Frauenthema spielen können. Sie haben schließlich genau das Gegenteil von dem gemacht, was sie offiziell propagiert haben.

Haben Sie nicht auch - etwa in Vorarlberg - ein Problem bei älteren Männern gehabt?

Ferrero-Waldner: Das mag sein. Aus dem Wahlkampf weiß ich aber, dass in Vorarlberg das Amt des Bundespräsidenten prinzipiell in Frage gestellt wird - auch wegen der Nähe zur Schweiz.
stern / 21.04.2004 11:10
danke
ein grandioser text!
henriette mayr / 24.04.2004 22:41
Re: danke
danke, stern! vielleicht sollten wir ferrero-waldner eine berlusconistische politikerin nennen.
anonyma les@ / 20.04.2004 14:04
in welchem Land leben wir...
wo Menschen aus "sozialen" Gründen im Mutterleib getötet werden dürfen?
bundschuh / 20.04.2004 21:50
Re: in welchem Land leben wir...
... in einem land, in dem man sich vielleicht daran erinnert, dass vor nicht allzulanger zeit, frauen sich aus verzweiflung stricknadeln in die muschi gerammt haben (oder größeres) um ihre probleme zu lösen
... in einem land, in dem dies hoffentlich -trotz schwarz-blauer, aufrechter und gottesfürchtiger politik - nicht vergessen wird
pb / 22.04.2004 10:21
Re: Re: in welchem Land leben wir...
Es muss doch bessere Wege geben als die Fötentötung (und tw. gibt's die auch):
Aufklärungsarbeit (Verhütung, Adoption und natürlich auch über die "Nebenwirkungen" einer Fötentötung),
soziale Grundstruktur, in der ein Kind nicht zur Belastung wird, etc.

Zudem leben wir in einem Land, in dem wir von Tier- und Baummord und gleichzeitig von "Schwangerschaftsabbruch" und "Sterbehilfe" sprechen. Es lebe der Euphemismus!
limnognathia maerski / 22.04.2004 13:23
Re: Re: Re: in welchem Land leben wir...
an der sozialen grundstruktur, "in der ein kind nicht zur belastung wird", arbeitet ja die derzeitige regierung besonders heftig? ist das nicht auch ein euphemismus?

frauen sind vom sozialabbau, den diese regierung betrifft, überproportional betroffen.

die övp hat begleitmaßnahmen zur fristenlösung wie die sondernotstandshilfe (für alleinerzieherinnen) erfolgreich unterminiert, in den 90er jahren, und öffentliche kinderbetreuung dito, seit je und immer. die övp ist auch nicht als vorkämpferin der ökonomischen gleichstellung von frauen bekannt - egal, ob es um die gleichberechtigung von arbeiterinnen oder weiblichen angestellten oder prekär beschäftigten frauen oder bäuerinnen oder gewerbetreibenden geht.

schwangerschaftsabbruch, die gewalt gegen frauen, der wir überall begegnen - das eine kann wohl kaum ohne das andere diskutiert werden.
pb / 22.04.2004 14:13
Re: Re: Re: Re: in welchem Land leben wir...
Also ich habe nirgendwo die Sozialpolitik der jetzigen Regierung goutiert. Ich bin gegen das Töten von Menschen im Mutterleib ohne Indikation und bin der Meinung, dass es in einem der reichsten Länder der Welt keine soziale Indikation geben darf. Ich bin weiters der Meinung, dass ein Mensch, auch wenn er behindert ist, alles Lebensrecht hat und sich die Gemeinschaft um ihn zu kümmern hat.

BTW
> an der sozialen grundstruktur, "in der ein kind
> nicht zur belastung wird", arbeitet ja die
> derzeitige regierung besonders heftig? ist das
> nicht auch ein euphemismus?
Nein, ist es nicht, da Euphemismus sprachliche Schönfärberei bedeutet und ich in dieser Aussage eine ebensolche nicht erkennen kann.

> schwangerschaftsabbruch, die gewalt gegen
> frauen, der wir überall begegnen - das eine kann
> wohl kaum ohne das andere diskutiert werden.
Wenn eine Frau vergewaltigt wurde und aus diesem Grund das Ungeborene Kind töten möchte, sehe ich darin eine gewisse Indikation. Doch auch hier bin ich für eine Aufklärung der Frau über die Folgen und über Alternativen - und zwar nicht, wie in Österreich üblich - vom tötenden Arzt... Ansonsten hat das Töten von Föten mE nur wenig mit Gewalt gegen Frauen zu tun, außer dass ich mich gegen beides vehement ausspreche.
bundschuh / 22.04.2004 20:49
Re: Re: Re: Re: Re: in welchem Land leben wir...
echt zum kotzen diese sprache
- das ungeborene kind töten im zusammenhang mit einer vergewaltigung
- ein mensch mit behinderung hat jedes lebensrecht und die gesellschaft hat sich um ihn zu kümmern
- in einem der reichsten länder der welt darf es keine sozial indikation zu einem schwangerschaftsabbruch geben

junger mann / junge frau steigens runter von ihrem sockel und schaun sie sich mal die gesellschaft an in der wir leben - es geht nicht darum verbote auszusprechen - es geht darum gewisse dinge unnötig zu machen und bevor wir soweit sind geht es in erster linie um den schutz des geborenen lebens, dann wär ma vielleicht am richtige weg
pb / 23.04.2004 11:17
Re [mult]: in welchem Land leben wir...
gut, dann geht es momentan um den Schutz von geborenen Leben, bald vielleicht von "gesunden" geborenen Leben, dann vielleich von "genetisch-gesunden" geborenen Leben (das wollte ja schon Herr Tandler, ein großer Sozialdemokrat und Vordenker der nationalsozialistischen Eugenik, nach dem ein großer Platz in Wien benannt ist) usw. und irgendwann leben wir in einem Land, wo das menschliche Leben - und damit der Schutz ebendesselben - willkürlich von den Machthabern definiert wird (da waren wir ja auch schon einmal, nicht war?)

zu den Zitaten und zu meiner Sprache:
"Abtreibung" = "Schwangerschaftsabbruch" ist nun einmal Töten eines Fötus = ungeborenes Kind im Mutterleib = menschliches Lebewesen. Das ist eine rein sachliche, nicht wertende Feststellung (ich habe ja nicht ermorden geschrieben), egal ob eine oder welche Indikation vorliegt und ich habe geschrieben, dass ich eine Vergewaltigung als Indikation akzeptieren würde und dass ich sonst keinen dierkten Zusammenhang zwischen Gewalt gegen Frauen und Abtreibung sehe (siehe posting darüber)

Zu den beiden anderen: das es momentan nicht der Fall ist, weiss ich, aber meines erachtens sollte eben das das vorrangige Ziel von Sozialpolitik sein und das umso mehr als momentan eine Partei an der Macht ist, die sich selbst irgendwanneinmal als "christlich-sozial" bezeichnet hat.
die alte engelmacherin vom diamantengrund / 23.04.2004 14:07
mei' red.
ohne pfaffen ka kundschaft.
bundschuh / 24.04.2004 16:18
Re: mei' red.
und dem ist nichts hinzu zu setzen
eye / 19.04.2004 08:03
atv undebatte
Ich sah mir gestern abend aus einer unbestimmten sensationslust das atv - schattenboxen mit bfw und hf an ..., soll heissen ich versuchte bewusst weniger zuzuhören und mehr auf mimik und gestik zu achten . der gehetzte blick der bfw (links - rechts bei jeder schein-aussage, umhimmelswillen bloss nicht ertappt werden ), der blick zum boden bei jeder kleinen lüge , der blick zum himmel bei jeder unwissenheit , das bemühte nach-vorne-recken des halses mit dem diesmal gar nicht so omnipräsenten wundstarrkrampfgrinsen darauf .
es wirkt, als wolle sie sagen "seht mich an, seh ich etwa nicht vertruenswürdiger drein als eure mamma ? " . ich finde es enorm unangenehm , wie die bedeutungslosigkeit in jedem satz durch angestrengt intensives geglotze zugemalt werden will . all das sagt mir mehr als jede verbale äusserung es könnte .
hf andererseits fiel mir besonders durch bedächtig langgezogene mmmmhhhhmmmm´s auf , die ihm anstelle eines wortes immer dann entfahren , wenn er hinterfotzigkeiten hinter fragen zu vermuten scheint. es ist schwer, locker zu wirken , wenn´s einem in wahrheit längst zu viel geworden ist . das gilt zwar für beide seiten, bloss hege ich den verdacht, dass es fischer wohl eher schon stilistisch graust, während es ferrero bloss endlich hinter sich gebracht wissen will , weil ihre allseits sichtliche eitelkeit nach satisfaktionen schreit . vielleicht auch tatsächlich , damit der schüssel endlich a ruh gibt.
henriette mayr / 19.04.2004 21:10
Re: atv undebatte
fischer hat beißhemmungen (auferlegt gekriegt). eine frau attackieren kommt im paternalistischen österreich nicht gut, und mag die frau noch so großspurig und untergriffig sein. ferrero kann so gut mit ihrer "internationalen erfahrung" punkten, weil hierzulande außenpolitik vermutlich den menschen weder besonders interessant noch vertraut ist.

bei der orf-diskussion habe ich zwar zugehört, mir aber durch fotografieren einen "zweiten" genauen blick erlaubt. vielleicht wollen sie die fotos in der unzeitung einmal durchblatteln.

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